Auch für die HSP STEUER Göttingen GmbH Steuerberatungsgesellschaft waren die letzten Monate von Corona geprägt. Andrea Hungerland, eine der Geschäftsführerinnen der Kanzlei, spricht im Charakter-Interview über starke Netzwerke, aktive Beratung und scharfe Äxte.

Interview: Ulrich Drees | Fotos: Ulrich Drees, HSP STEUER

Frau Hungerland, seit März dieses Jahres prägt Corona sicher auch in Ihrer Branche das Geschehen. Wie haben Sie die Situation erlebt?
Obwohl Corona sehr plötzlich über uns alle hereingebrochen ist, waren wir für die Situation sehr gut gewappnet. Was viele Kollegen und auch weite Teile anderer Branchen vor Herausforderungen stellte, war für uns bereits gelebte Praxis. Was die Arbeit angeht, konnten wir also ohne nennenswerte Umstellungen unsere Schlagkraft behalten und uns nahtlos um die Sorgen unserer Mandanten kümmern, statt eigene Probleme zu wälzen.
Nennen Sie bitte ein paar Beispiele.
Gerne. Nehmen wir z. B. unsere IT-Infrastruktur: Wir können seit jeher von überall, wo eine Verbindung zum Internet besteht, arbeiten. Ebenso ist Home Office bei uns im Rahmen unseres Programms zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf längst Standard. Webmeetings sind für uns eine Selbstverständlichkeit usw.
Das klingt fast, als hätten Sie Corona vorhergesehen.
(lacht) Nein, ganz so war es nicht. Aber Corona hat in vielen Fragen keine neuen Probleme geschaffen, sondern lediglich bereits vorhandene und abzusehende Entwicklungen beschleunigt. Auch wenn es für die meisten Menschen neu klingt: Die Steuerberatungsbranche steht schon lange durch Digitalisierung, Globalisierung, den demographischen Wandel und Fachkräftemangel in einem Umwälzungsprozess. Als Mitglied der HSP GRUPPE sind wir Teil eines Kooperationsnetzwerks, das sich seit weit über zehn Jahren mit diesen Transformationen beschäftigt und Lösungen entwickelt, um fit für die moderne Gegenwart und die Zukunft zu sein. Sowas wie Corona hatte dabei sicher niemand im Sinn – unser Weg hat uns darin aber sehr geholfen.
Was ist die HSP GRUPPE genau?
Die HSP GRUPPE ist ein Netzwerk kooperierender Steuerberatungs-, Wirtschaftsprüfungs- und Rechtsanwaltskanzleien mit aktuell bundesweit etwas über 90 Standorten, das man gut als einen Innovationsmotor unserer Branche bezeichnen kann. Mit dieser gebündelten Kraft können wir Herausforderungen meistern, die weit über die Möglichkeiten einer einzelnen Kanzlei hinausgehen. So konnten wir z. B. nahezu aus dem Stand einige Onlineveranstaltungen aus dem Boden stampfen, um unsere Mandanten – und auch interessierte Nichtmandanten –über die Auswirkungen der Corona-Krise zu informieren.
Wie hat Corona Ihre Arbeit inhaltlich beeinflusst?
Auch hier hat uns unser bereits vorhandener Beratungsansatz sehr geholfen. Wir verstehen uns nicht als Datenpfleger, sondern als aktiv beratende Partner unserer Mandanten. Dies konnten wir in der Corona-Krise besonders unter Beweis stellen. Da bei uns alle relevanten Daten eines Unternehmens zusammenlaufen, bieten wir uns ideal als Krisenmanager an. So haben wir nicht gewartet, bis unsere Mandanten uns um Hilfe gebeten haben, sondern geschaut, wer besonders betroffen sein könnte und haben gehandelt. Das fanden die Mandanten ziemlich klasse.
Welches Gefühl haben Sie bezüglich der weiteren Auswirkungen der Krise?
Mangels Glaskugel ist das natürlich schwer zu sagen (lacht). Vom Gefühl her glaube und hoffe ich, dass Deutschland mit einem blauen Auge davonkommen wird. Bei allen negativen Auswirkungen hoffe ich auch, dass viele die Krise nutzen, um nötige und oft längst überfällige Veränderungen anzustoßen und durchzuführen. Wer derzeit keine Bäume fällen kann, sollte sich unbedingt damit beschäftigen, die Axt neu zu schärfen.

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