Susanne Bergau
Leiterin der Direktion Personal Sparkasse Göttingen

Carolin Rittmeier
Abteilungsleiterin Kreditmanagement FK Sparkasse Göttingen

Interview: Kristin Schild | Foto: Miriam Merkel Fotografie

Frau Rittmeier, wie hat sich Ihre berufliche Laufbahn entwickelt?
Mein Weg war sehr geradlinig, was auch meinem Charakter entspricht. Nach meinem Abitur begann ich die Ausbildung bei der Sparkasse Göttingen. Seither war ich in allen Bereichen der gewerblichen Kreditbearbeitung tätig und habe parallel noch ein Studium zur Betriebswirtin absolviert. Während meiner Laufbahn habe ich bewusst Herausforderungen gesucht, um mich weiterzuentwickeln und dann auch schnell eine Führungsposition angestrebt. Heute leite ich das Kreditmanagement der Sparkasse Göttingen – einen Bereich von großer Bedeutung für unser Haus.
Frau Bergau, wie war das bei Ihnen?
Ich habe bei der Berliner Sparkasse gelernt. Meine damalige Ausbilderin war so beeindruckend, dass ich selbst Ausbilderin werden wollte. Und nachdem ich mit nur 21 Jahren meinen Betriebswirt gemacht und mich in einem Auswahlprozess durchgesetzt hatte, gelang mir das auch. Nach 2 Jahren habe ich mir neue Ziele gesteckt und nach der Grenzöffnung zuerst als reisende Führungskräftetrainerin der Ostdeutschen Sparkassenakademie gearbeitet, bevor ich bei der Bankgesellschaft Berlin mit damals 17.000 Mitarbeitern im Personalbereich für Führungskräfte tätig war. Von dort wechselte ich als Bereichsleiterin „Personal und Recht“ zu einer Berliner Versicherung, für die ich eine gut funktionierende Personalabteilung mit Trainingsakademie aufbaute. Dann suchte ich wieder eine neue Herausforderung und wechselte zur Sparkasse Göttingen, deren Personalabteilung ich jetzt leite.
Frau Rittmeier, wie denken Sie, sollte eine Frau Karriere machen?
Jede Frau ist einzigartig und bringt ihre eigenen Stärken und Fähigkeiten mit. Die sollte sie ausbauen, sich weiterentwickeln und einen Blick für die Dinge haben, die wichtig sind. Dabei geht es nicht darum, besser als ein Mann zu sein, im Gegenteil: Frauen sollten auf die Stärken vertrauen, die sie auch im Privaten, zum Beispiel in der Familie, an den Tag legen – da sind sie Mediator, Coach, Zuhörer oder auch Entscheider. Natürlich muss man zudem seine Bedürfnisse ausbalancieren. Dass ich mich zum Beispiel als Frau auch in Teilzeitarbeit für eine Führungsposition qualifizieren konnte, ist nicht selbstverständlich, sondern liegt auch daran, dass die Sparkasse Frauen in Führung auch in Teilzeit als normal betrachtet. Das ist sehr modern für eine Bank.
Frau Bergau, mit Ihren vielseitigen Erfahrungen betrachtet: Wie steht es um Frauen im Bankgeschäft?
Es ist schon noch so: Je höher die Führungsebene, desto mehr ist Frau von Männern umgeben. Als Sparkasse Göttingen versuchen wir jedoch bewusst, Wege zu finden, damit Frauen Führungsaufgaben auch in Teilzeit ausüben können. Am Ende geht es aber um die individuelle Qualifikation und auch darum, sich gegen andere Bewerber durchzusetzen. Gerade beim nötigen Selbstverständnis nehme ich aber oft den Unterschied wahr, dass sich Frauen vorher mehr Gedanken darüber machen, ob sie für eine Aufgabe geeignet sind, während Männer eher automatisch davon ausgehen. Ich möchte den Frauen sagen: Seid mutig und zeigt euch!
Frau Rittmeier, womit beschäftigen Sie sich in Ihrer Freizeit?
Joggen und lange Radtouren in der Natur bieten mir einen guten Ausgleich. Außerdem bin ich musikalisch und künstlerisch aktiv, aktuell vor allem an der Leinwand.
Und Sie, Frau Bergau?
Für mich ist Wandern ein idealer Ausgleich. Zudem engagiere ich mich in der Region, in der ich lebe. Was ich wirklich liebe, ist gutes Essen zu kochen und dazu den passenden Wein zu probieren.

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